Instraoralscanner

Augen auf: Was Intraoralscanner alles sehen können

Dr. Ingo Baresel, Präsident der Deutschen Gesellschaft für digitale orale Abformung (DGDOA)

Die Einführung intraoraler optisch-digitaler Erfassungsgeräte stellt eine logische Konsequenz des CAD/CAM Fertigungsprozesses, der mittlerweile in vielen Laboren Standard ist, dar. Die Genauigkeit der meisten am Markt verfügbaren Scanner ist auch im Ganzkieferbereich der analogen Abformung mindestens ebenbürtig, in manchen neueren Studien überlegen. Der Scan von großen restaurativen Arbeiten, Implantatsituationen oder zur Herstellung einer Aufbissschiene ist heute möglich. Wichtig hierbei ist ein abgestimmter Workflow mit dem zahntechnischen Labor. Dabei gibt es zwischen den am Markt verfügbaren Scannern deutliche Unterschiede. Den „besten“ Intraoralscanner festzulegen ist somit nicht möglich, die Entscheidung für das ein- oder andere Modell hängt von vielen Faktoren ab und kann nur praxisbezogen entschieden werden.

Die Einführung neuer Techniken und Softwareoptionen machen den Intraoralscanner zu mehr als einer reinen Abformmaschine. So ist es möglich Kariesdiagnostik im Rahmen eines Scans durchzuführen, reale Kieferbewegungen aufzuzeichnen oder durch Überlagerung von Scans verschiedenen Datums Zahnbewegungen, Abrasionen, Schlifffacetten oder Rezessionen zu überwachen. Simulationen im Rahmen von Smile Design oder der Alignertherapie sind möglich. Möglichkeiten wie diese erweitern das Spektrum der modernen Diagnostik aber auch die Möglichkeit der Kommunikation mit den Patientinnen und Patienten erheblich.

Es stellt sich heute sicher nicht mehr die Frage, ob Intraoralscanner sich durchsetzen werden, da die Vorteile auf der Hand liegen, es stellt sich lediglich die Frage, für welches der am Markt angebotenen Geräte man sich entscheidet.